Eröffnung der Ausstellung „…und es kamen Menschen - 50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen“
Am Montag, den 28.11.2011, wurde im Foyer des Rathauses Maxplatz die Ausstellung „…und es kamen Menschen - 50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen“ eröffnet. Im Mittelpunkt der Ausstellung, die bis zum 9. Dezember während der Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen ist, stehen Migrantinnen und Migranten aus Bamberg und ihre Lebensgeschichten. Bilder, Texte und Gegenstände legen Zeugnis ab über „Wege und Umwege“ der Einwanderung und Integration in Bamberg.
Der Sozialreferent der Stadt Bamberg Ralf Haupt begrüßte die Gäste im Namen des Oberbürgermeisters Andreas Starke. Mitra Sharifi und Besaret Penzkofer sprachen Grußworte im Namen der Veranstalter, des Migranten- und Integrationsbeirates der Stadt Bamberg und des Migrationssozialdienstes der Arbeiterwohlfahrt.
Für den weiteren Veranstalter, das Fach Didaktik des Deutschen als Zweitsprache am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur der Universität Bamberg, sprach Frau Pöhlmann-Lang in Vertretung von Frau Dr. Claudia Kupfer-Schreiner, die aus gesundheitlichen Gründen verhinderten war. Frau Dr. Kupfer-Schreiner hatte mit ihren Studierenden den Kern der Ausstellung konzipiert und umgesetzt, die nun mit weiteren von türkischen Familien und dem türkisch-islamischen Kulturverein zur Verfügung gesellten Bildern und Gegenständen erweitert wurde.
Die Veranstalter forderten Anerkennung und Dank für die Leistungen türkischer Migranten, nannten Erfolge und Erreichtes, aber auch Herausforderungen. Sie plädierten für weitere politische und gesellschaftliche Anstrengungen für die Gleichstellung, eine bessere gesellschaftliche Partizipation und bessere Bildungsteilhabe. Mit einer Schweigeminute wurde den Opfern rechtsextremistischen Terrors gedacht und gemeinsames Handeln bei der Bekämpfung der Gewalt und gegen die menschenverachtende Ideologie der Rechtsextremen gefordert.
Großen Beifall fand der spannende Festvortrag von Frau Gisela Bauernschmitt, Leiterin des staatlichen Schulamtes, der die deutsch-türkischen Beziehungen in einen größeren historischen Kontext stellte und Jahrhunderte lang bestehende Kontakte und kulturellen Austausch ins Bewusstsein rief. So stellte Bauernschmitt die üblichen Positionen in Frage, die Menschen türkischer Herkunft und islamischer Religionszugehörigkeit als Angehörige völlig „fremder“ Kulturen ausgrenzen.
Kulturell bereichert wurde die gut besuchte Veranstaltung von Nurcan Gökyildiz schönem Gesang und dem Beitrag der Germanistin und Journalistin Filiz Penzkofer, die ihre preisgekrönte Geschichte „Die Taxe des Bösen“, eine humorvolle deutsch-türkische Begegnung in Istanbul (Link...), zum Besten gab.
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Lesen Sie auch:
- Eröffnungsrede von Mitra Sharifi (stellv. Vorsitzende des MIB) und Besaret Penzkofer (Leiterin des Migrationssozialdienstes der AWO)
- Rede von Ralf Haupt (Sozial- und Umweltreferent der Stadt Bamberg)
- Kurzgeschichte: Die Taxe des Bösen (Filiz Penzkofer)
- Pressemitteilung zur Ausstellungseröffnung von Annette Pöhlmann-Lang (Didaktik Deutsch als Zweitsprache am LS für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur)
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