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„Gehandelt, statt weggeschaut“:
Ausländerbeirat und Stadt haben erstmals Auszeichnung für Zivilcourage verliehen
Mit einer Feierstunde im Rathaus Schloss Geyerswörth haben der Ausländerbeirat der Stadt Bamberg und die Stadt Bamberg erstmals die Auszeichnung für Zivilcourage verliehen.

„Handeln statt wegschauen“ – so der Name der Auszeichnung, der zugleich das Bestreben beschreibt, ein öffentliches Zeichen gegen die zunehmende Rücksichtslosigkeit und Verrohung in der Gesellschaft zu setzen. Mit einer Medaille, einer Urkunde und einem Anerkennungsbetrag von 150 Euro wurde der 77-jährige Bamberger Dietrich Friedmann ausgezeichnet, der am 08. Januar 2005 einem 14-jährigen Schüler gegen einen betrunkenen Schläger beigestanden hatte und dabei selbst von diesem attackiert und nicht unerheblich verletzt wurde.Die Jury hob besonders den mutigen Einsatz des Helfers hervor, der mit seinem beherzten und selbstlosen Einsatz dem in Bedrängnis geratenen und seinem Angreifer körperlich unterlegenen Schüler zu Hilfe geeilt war. „Sie haben spontan Verantwortung übernommen und zugepackt,wo es nötig war“, würdigte Oberbürgermeister Herbert Lauer den Preisträger. Es sei beileibe nicht selbstverständlich, sich einen Ruck zu geben und aktiv zu werden, wenn man sieht, dass ein anderer in Gefahr ist. Laudator Udo Schoberth vom Stadtjugendring Bamberg sieht in der Schaffung der neuen Auszeichnung eine Lücke geschlossen, denn gerade positive Beispiele aus dem unmittelbaren regionalen Umfeld seien die beste Ermunterung
für alle, in vergleichbaren Situationen vielleicht ein bisschen „tapferer“ zu handeln. Er brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass ein Senior geehrt wird, der sich für einen Jugendlichen eingesetzt hat. Er wünsche sich, dass sich auch die Jugend an diesem Handeln ein Beispiel nimmt. Nicht unerwähnt ließ er auch die beiden anderen nominierten Personen: Einerseits Julian
Becker, der den Abend auch musikalisch mit der Harfe begleitete, und der genau mit diesem Talent Geld für die Aktion „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die Judenverfolgung im Dritten Reich in Bamberg sammelt. Ebenfalls nominiert war Manuela Thomer für ihr jahrelanges Engagement für Flüchtlinge, Asylbewerberinnen und -bewerber. Nach den Worten von Mitra Sharifi Neystanak, stellvertretende Vorsitzende des Ausländerbeirates, soll die neu geschaffene Auszeichnung „uns allen in Erinnerung rufen, dass wir mit wachen Augen im Alltag für Demokratie und eine zivile Gesellschaft einstehen müssen.“ Der Ausländerbeirat
mit seinem Vorsitzenden Mohamed Hedi Addala wolle mit der Auszeichnung auch ein politisches Zeichen setzen und ein öffentliches Bekenntnis für die grundlegenden Werte unserer Gesellschaft und Demokratie ablegen. Künftig sollen alle zwei Jahre auf Vorschlag von Vereinen,Verbänden, Parteien, Behörden und Initiativen solche Personen geehrt werden, die in der Stadt Bamberg in Fällen zwischenmenschlicher Konfrontation bis hin zur Gewalt und bei offensichtlicher Unterlegenheit einer Person mit´Zivilcourage einschreiten.

[Download der Laudatio . . . ] [8 KB]