Multireligiöses Friedensgebet aus Anlass des Gaza-Konfliktes
Aus Anlass des Gaza-Konfliktes fand am Sonntag, den 01. März 2009 ein multireligiöses Friedensgebet "Sehnsucht nach Frieden" statt. Organisatoren waren die Interreligiöse Fraueninitiative und VertreterInnen jüdischer, christlicher und muslimischer Gemeinden in Kooperation mit dem Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg.
"Nichts kann uns – jüdische, christliche und muslimische Gemeinden in Bamberg – in diesen schwierigen Zeiten mehr vereinen als das Wort „Sehnsucht nach Frieden“. Dieses Wort trägt und bewegt uns alle. Unsere Sehnsucht und unsere Gebete für den Frieden verbinden uns miteinander – als Juden, als Christen und als Muslime. Uns beschäftigen die Nachrichten, die uns in den vergangenen Wochen aus Israel und aus Gaza erreicht haben.
Wir sind erschüttert von den Bildern, die uns das Leid, den Schmerz und den Tod der Menschen dort vor Augen führen. Wir müssen uns angesichts dieser Bilder immer wieder fragen, warum unschuldige Kinder, Frauen und Männer sterben mussten, warum all dieses Leid und all dieser Schmerz Menschen zugefügt wurde, die mit dem Kriegsgeschehen an sich nichts zu tun hatten außer dass sie Opfer geworden sind. Wir wollen nicht, dass Menschen, gleich wo oder wann, unabhängig von ihrer Religion oder Hautfarbe, leiden oder ihre Familie, Freunde oder Nachbarn verlieren.
Wir verurteilen daher jegliche Gewaltanwendung gegen Menschen - auf allen Seiten. Alle Menschen wünschen sich Frieden auf der Welt. Jeder Mensch schätzt seine Heimat, dort wo er geboren wurde oder aufgewachsen ist. Und Israelis wie Palästinenser haben einen Anspruch auf eine solche Heimat.
Wir wissen darum, dass durch die Spirale von Terror und Gewalt, die in den vergangenen Jahrzehnten die Region erschüttert hat, ein Zusammenleben der Nachbarn erschwert ist. Dennoch muss beiden das Recht auf eine Existenz in Sicherheit vorbehaltlos zuerkannt werden. Die Chance zum Frieden darf nicht verstreichen.
Die zivilisierte internationale Gemeinschaft muss ihre Verantwortung wahrnehmen und eine Lösung herbeiführen, die gerecht und dauerhaft ist. Wir sind eine einzige Menschheitsfamilie, die versuchen muss, miteinander auszukommen. Dazu müssen wir fähig sein, dem anderen Menschen zuzuhören, um zu lernen, was ihn bewegt.
Wir – Menschen aus den verschiedenen Religionsgemeinschaften der Stadt Bamberg – sind heute in diesem Gotteshaus versammelt, weil wir auch ein Zeichen für unser gemeinsames Miteinander in unserer Stadt setzen wollen.
Wir haben hier in Bamberg dank zahlreicher fruchtbaren Aktivitäten und interreligiösen Dialogen und Trialogen eine Basis der gemeinsamen Verständigung und des „Aufeinander- Hörens“ geschaffen, die bundesweit ihresgleichen sucht. Das ist die Basis, auf der wir heute miteinander stehen.
Gerade in Zeiten wie diesen brauchen wir einander, brauchen Solidarität und Freundschaft über die Religionsgrenzen hinweg. Heute wollen wir ein Zeichen dafür setzen, dass wir auch in schweren Zeiten zueinander halten, aufeinander hören und miteinander um die Opfer der Gewalt trauern."
Fotos des Multireligiösen Friedensgebets aus Anlass des Gaza-Konfliktes
(Fotos: Matthias Hoch)
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Gemeinsam mit der Ortsgruppe Bamberg der RFP (Religions for Peace) lädt der Migranten- und Integrationsbeirat im Rahmen der Interkulturellen Wochen seit vielen Jahren zu einer multireligiösen Gebetsstunde in die St. Martinskirche ein. Vertreter und Gläubige der Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam versammeln sich dann, um gemeinsam für ein friedliches und tolerantes Miteinander zu beten.
Bilder der multireligiösen Gebetsstunde im Rahmen der Interkulturellen Wochen
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